Die Chance – vom Winde verweht!

Die Chance – vom Winde verweht!

Hallo Leute,
rund 48 Stunden nach dem Start des WM Rennens auf diesem Weg mein persönliches Fazit, Informationen und 1-2 Botschaften mit Blick nach vorn.

Die deutsche Mannschaft stand motiviert und gut vorbereitet am Start. Alle Sportler, Betreuer und die sportliche Leitung hatten viel Kraft in eine gute Vorbereitung investiert. Das man um Weltmeister zu werden keine sechs oder gar neun Fahrer zwingend benötigt werden, hat Peter Sagan erneut bewiesen. Herzlichen Glückwunsch meinerseits an Peter. Dieser Ausnahmeathlet hat eine Bandbreite an Fähigkeiten, die kein anderer Fahrer auf dieser Welt hat und somit ist er nach 2015 erneut Weltmeister geworden. Was Peter Sagan hat- vielseitige körperliche Fähigkeiten, das Selbstvertrauen und die Übersicht um Rennen zu lesen.

 

Das Rennen:
Durch die Vorarbeiten von Nils Politt, Jasha Sütterlin und Tony Martin haben John Degenkolb und ich zunächst den Sprung in die erste Windstaffel geschafft.

Nach einer weiteren Kurve und einer noch schmaleren Straße bin ich leider nicht mehr in die Windstaffel reingekommen und befand mich somit auf dem Abriss und damit schnell in der zweiten Staffel wieder. John ist kurz danach durch einen Defekt auch in die Gruppe mit mir und Marcel zurück gefallen. Sicherlich hätte Dege ohne diesen Defekt ein Wort um den Weltmeistertitel mitreden können.

Nun waren wir also zu dritt in der zweiten Gruppe, also haben Dege, Marcel und ich versucht die Gruppe auf Schwung zu halten um den Anschluss zur ersten Gruppe herzustellen, dieses ist uns jedoch nicht gelungen. Vor allem die Mannschaften aus Belgien und Italien haben zusammen mit bis zu 8 Fahrern in der Spitze Vollgas gegeben und konnten somit unsere zweite Gruppe auf Distanz halten können. Auf den 15 km Runden der Insel Pearl haben wir auf den ersten 3 Runden noch mal alles versucht, aber nach und nach waren die Ressourcen aufgebraucht. Wir hatten eine realistische Chance aufs Podium, aber haben im entscheidenden Moment einfach nicht konsequent genug agiert. Mit Sicherheit haben unsere Zeitfahrer da gefehlt, um das Ding noch zu „reparieren“, aber Windkanten Aktionen warten auf wirklich niemanden.

Meiner Meinung haben die ganzen Spekulationen „wer fährt für wen“  vor dem Rennen wieder gezeigt wie unnütz sowas sein kann. Marcel und John haben bewiesen wie teamfähig sie sind und dass sie sich für mich aufgeopfert haben. Dafür haben sie meinen Respekt und meinen Dank.

Ich freue mich auf die Saison 2017 und werde meine Erfahrungen mitnehmen und gern weitergeben. Radsport ist meine Leidenschaft und Job zugleich und ich habe ein Sportlerherz. Wenn ich noch Verbesserungen sehe dann in erster Linie bei mir. Ich werde weiter hart an mir arbeiten und um jedem Millimeter Vorsprung an allen Linien kämpfen.

Ich bin als Kapitän der deutschen Mannschaft bei der WM in Katar am Start gewesen und übernehme somit selbstverständlich Verantwortung. Es war und ist für mich eine Ehre Deutschland vertreten zu haben, daher hatte ich auf den letzten Kilometern in Doha das Ziel anzukommen.

Vielen Dank für Eure Unterstützung in der Saison 2016 und heute bereits bitte Daumen drücken für 2017.

Bis bald,
Euer André

 

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